|
Wenn Giganten aufeinander treffen
von Elisa Bilko am 23. März 2010
Stanley Kubrick’s napoleon: The Greatest Movie Never Made heißt ein vor kurzem im Taschenverlag erschienenes Buch. Eigentlich birgt dieser Wälzer mit seinen 2874 Seiten gleich zehn Bücher in sich. Gebunden in grünes Maroquinleder und goldbedruckt erzählt uns dieses Werk die Geschichte eines Filmprojekts, das, man möge es kaum glauben, seinen Erschaffer überstiegen hat. Kubrick, der für so geniale Filme wie Clockwork Orange, Shining oder auch Spartacus verantwortlich ist und mit jedem seiner Filme ganze Genres geprägt hat, zerrieb sich förmlich am Sujet Napoleon. Dieser große, kleine Mann ist eben nicht nur eine rein geschichtliche Figur, er ist vor allem Mythos. Diesen Mythos pflegte der Eroberer und Diktator schon zu Lebzeiten und so ist es nicht erstaunlich, dass heute mehr Meinungen und Vorstellungen über diesen einen Mann im Umlauf sind als einer linearen Geschichte gut tun. Jaques Presser, eine leidenschaftlicher Historiker bemerkte einst, um das Allernotwenidigsten über Bonaparte zu erfahren, wären mindest 500 Bücher erforderlich und eine „kleine Napoleon-Bibliothek“ müsse zehntausend Bände umfassen. So bekundet das Buch über den nie entstanden Film genau dies: eine unaufhörliche Recherche über eine geschichtliche Person, de von ihrem Mythos nicht zu trennen ist und die über so Unterschiedliches zu hören ist wie es eben Bücher über sie gibt. Kubrick verstrickte sich darin. Es gelang ihm nicht eine stringente Geschichte herauszuziehen. Das Ziel Geschichte in Filmgeschichte umzuwandeln scheitertet. Das ist aber auch dem Umstand zu verdanken, dass Ende der Sechziger Jahre – zu dieser zeit plante Kubrick seinen Film – der Historienfilm als ausgelutscht galt. Immerhin zeigt uns dieses monumentale Buch nun einen Teil der bereits getanen Arbeit in Interviews, einem scheinbar fertigen Drehbuch und andern Dokumenten. Die Auflage ist dabei auf nur 1000 Exemplare begrenzt, die mittlerweile wohl schon ausverkauft sein dürften. Napoleon war Kubricks persönliches Waterloo. Photo Credit: Taschen.com Ähnliche Artikel Zuckersüße Kinderfiguren mit bitterböser Attitüde, weichgezeichnete Häschen mit martialisch… Kleider machen Leute – sagt man nicht umsonst. Wie sehr das zutrifft, zeigt das Buch 100… “You know, what we put into our pictures is not a smart idea. What we put into our pictures is… Der Film The Artist ist eine Liebeserklärung an ein Kino, das totgesagt wurde. Doch wie war das… Nachdem das Album Brothers von The Black Keys 2010 den Grammy als Best Alternative Music Album… Vor wenigen Monaten, genauer gesagt am 18. Oktober 2011,… Mehr aus dem Netzwerk ![]() VIA Als ich diese Fotos von Oracle Fox sah bekam ich Herzchenaugen. Ist diese Leggings nicht der absolute… ![]() Die Partei Palikots Movement (Ruch Palikota) protestiert im polnischen Parlament gegen… ![]() John O’Brien, Kameramann bei ATV, die in den siebzigern die ersten Staffeln der Muppet… ![]() Der ACTA-Berichterstatter des Parlaments der EU hat heute seinen Job hingeschmissen und… ![]() Eric Fischer macht wieder Karten aus Geotags. Diesmal nimmt er sich Tweets einer Person und berechnet aus den… ![]() Sehr tolle Galerie voller Science-Fotografie von Fritz Goro auf Life.com. Bild oben:… |