Neugier über alles – Gabriel Orozco im MoMA
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Elisa Bilko
165 days 9 hours 37 minutes ago

Gabriel Orozco langweilt sich schnell. Deshalb muss er sich und auch sein Kunst ständig überdenken. Neugierig wie ein Kind muss man da sein und am besten niemals den Status eines Meisters erwerben. Denn dann wäre man ja festgefahren und würde sich nicht mehr weiterbewegen. Und genau hier liegt die Stärke von Gabriel Orozcos Kunst: sie lässt sich nicht definieren und einsperren, erfindet sich immer wieder neu und spricht doch von einem Künstler, der sich an der Wirklichkeit orientiert diese aber neu erfindet und interpretiert. So verweigerte sich Orozco vor 16 Jahren, als er das erstmal die Ehre hatte im
Museum of Modern Art in New York ausstellen zu dürfen, und ließ die weiten Hallen beinahe leer, suchte sich eher kleine Nischen oder lagerte seine Werke nach draußen aus. Dabei dienten im Apartmenthäuser und Bürogebäude gegenüber dem MoMA als Ausstellungsfläche. Dort ließ er Orangen in den Fensternischen arrangieren. Gerne hätte die Kuratorin Ann Temkin diese Arbeit wieder gezeigt bei der Retrospektive Gabriel Orozcos die gerade im MoMA gezeigt wird. Doch so leicht ist dieser Künstler nicht zu fassen und er verweigert sich gern. Dafür gibt es ein riesiges Walskelett zu bewundern, das mit Hilfe eines Teams mit einem schwarz-weißen Muster bemalt wurde und nun eine mobile Matrix ist. Auch zu sehen sind seine Arbeiten Black Kites – ein Schädel, der mit einem Schachbrettmuster versehen ist –, My Hands are my Heart – eine Fotoserie, die zeigt wie Orozco mit seinen Händen aus einem Klumpen Lehm ein Herz formt – und auch Empty Shoebox – eine leere, weiße Schuhschachtel, mit der er Anfang der neunziger Jahre auf der Biennale in Venedig schockierte. Zusätzlich ist natürlich La DS zu sehen, der Citroen, der wie gestaucht aussieht. Auf jeden Fall ist Orozcos Werk nicht homogen, überrascht und macht Spaß. Neugier ist auch die Prämisse an die sich der Besucher halten sollte.
MoMA, 11 West 53 Street, New York 10019, bis 01.03.2010
Photo Credit: Moma.org